2013: Circus

Circus
Programm - 2013

Einzug der Gladiatoren -J. Fucik, arr. A. Brunner
Im Zigeunerlager - M. Oscheit, arr. P. Zaugg
Czardas Nr. 1 -
V. Monti, arr. H. Rauch
Der alte Brummbär -
J. Fucik, arr. I. Alka
Kosakenpatrouille "mit Zugabe" -
Russ. Volksweise, arr. W. Munch
Caravan -
D. Ellington/J. Tizol, arr. H. Kulzer
Erinnerungen an Zirkus Renz -
G. Peter, arr. R. Bräuer
Salto Mortale -
R.-H. Müller, arr. R. Bui
Die Schlittschuhläufer -
E. Waldteufel, arr. H. Rauch
A night like this -
D. Schreurs, arr. W. Ruß
Im Gänsemarsch -
W. Glahé, arr. C. Mahr
Dreimal schwarzer Kater -
C. Mahr, arr. A. Schepers
The Rose -
A. Mc Broom, arr. M. van Boxel
Abschied der Gladiatoren -
H. Blankenburg, arr. C. Mahr
O mein Papa -
P. Burkhard, arr. W. Kunzmann
Weißer Winterwald -
F. Bernard, arr. H. Waldvogel
White Christmas -
I. Berlin, arr. R. Bui
"Salto Mortale" mit der Harmonika

Fingerakrobatik, Tastenjonglage und Akkordeon-Clownerien: Beim Jahreskonzert des 1. Offenburger Akoordeonorchester 1937 in der Waldorfschule gab es schon ein musikalisches Vorab zum Offenburger Weihnachtszirkus.

Es fehlten eigentlich nur noch die Tiere und Artisten. Alles andere, das Ambiente und natürlich der Hauptbestandteil, die Musik, passte am Sonntagabend im Veranstaltungssaal der Waldorfschule perfekt, um die Zuhörer auf das diesjährige Leitthema des 1. Offenburger Akkordeonorchesters 1937, den Zirkus, einzustimmen.

76 Jahre sind für ein Akkordeonorchester ein stolzes Alter, aber das 1937 durch Johanna Jack-Karb gegründete und später von Hannelore und Jean Chenevoy bis ins Jahr 1999 fortgeführte Akkordeonorchester ist noch lange nicht in die Jahre gekommen. Nur wenige Instrumente bieten auch heute noch ein solch breites musikalisches Spektrum wie das Akkordeon. Ob als Soloinstrument, als Duo oder zusammen mit Klavier und Schlagzeug gleich als Orchester: Das Akkordeon kann sich auch noch in diesem Jahrtausend durchaus gegen die moderne digitale Konkurrenz behaupten. Dies stellten die 21 Musiker in ihrem über zweistündigen Konzert unter Beweis.

Seit 1999 werden die Orchestermitglieder von Peter Kounis dirigiert. Kontinuität ist beim 1. Offenburger Akkordeonorchester Programm, und auch dieses Jahr sorgte Philipp Hansert als Moderator, passend zum Thema "Zirkus" als Zirkusdirektor agierend, für einen eigenen fernsehtauglichen Programmbeitrag.

Perfekt inszeniert war der Marsch "Einzug der Gladiatoren" zu Beginn. Rhythmisch perfekt gemeistert wurde das Stück "Im Zigeunerlager". Tastenakrobatik par exzellence, gespickt mit Akkordeon-Clownerien, gab es gleich danach mit dem bekanntesten Czardas überhaupt, "Czardas Nr. 1" von Vittorio Monti. Axel Müller brillierte hier als Solist. Ein Hörgenuss, auch weil man bei den ruhigen Teilen fast eine Nähnadel auf den Boden fallen hören konnte, war "Caravan" von Duke Ellington. Ein Ohrwurm, nicht nur in der Original-Orchesterbesetzung, sondern allein auch mit einem vierstimmigen Akkordeonorchester inszeniert, war der Zirkus-Hit schlechthin, "Erinnerungen an Zirkus Renz". Als Tastenakrobaten zeigten hier Anja Bruder und Axel Müller ihr Können.

In den 70er Jahren war die Fernsehserie "Salto Mortale" des SWR ein Straßenfeger, legendär auch die von Rolf-Hans Müller geschriebene Titelmelodie. Dass dieser Ohrwurm, allein von Akkordeons gespielt, heute noch in die Beine geht, bewies das Orchester im zweiten Programmteil. Virtuos ging es weiter mit dem "Schlittschuhläufer" und Caro Emeralds Hit "A night like this", bevor mit dem "Gänsemarsch", "Dreimal schwarzer Kater" und "Abschied der Gladiatoren" schon das Ende nahte. Minutenlanger Applaus war der Lohn für die intensive Probenarbeit. Das Orchester selbst bedankte sich mit mehreren Zugaben. Da durfte ein Zirkusmusik-Klassiker nicht fehlen, "Oh mein Papa". Hier wurde das Trompetensolo allerdings nicht durch Akkordeon ersetzt, sondern durch Solist Philipp Bruder mit seiner Trompete meisterlich aufgeführt.

Offenburger Tageblatt, 04.12.2013, Volker Gegg

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